Sander Freude folgte tiefe Enttäuschung

FC Sand  --  Würzburger FV  1:2  (0:0)

Unglücklicher als das mit 1:2 verlorene Spiel des FC Sand gegen den Würzburgert FV kann eine Niederlage nicht sein. Ein weitaus gerechteres Ergebnis in diesem kampfbetonten Spitzenspiel der LL-Nord wäre ein Unentschieden gewesen, von dem die Hausherren nur Sekunden entfernt waren.

Für den FC Sand zunächst positiv war, dass man mit den angeschlagenen Stefan Nöthling und Bernd Pankratz ins Spiel gehen konnte. Durch die Nervosität in den ersten zehn Minuten merkte man beiden Mannschaften die Wertigkeit des Spieles an, in dem sich der Vierte FC Sand und der Zweite Würzburger FV gegenüberstanden. Mit  mehreren Fouls versuchten sich zunächst beide Mannschaften Respekt zu verschaffen.

Danach jedoch sahen die Zuschauer auf dem tiefen Geläuf in der ersten Halbzeit ein Spiel auf hohem Niveau, das von Schnelligkeit und Einsatzfreude auf beiden Seiten geprägt war. Herausragende Mannschaftsteile waren die Abwehrreihen, die kaum Torraumszenen  zuließen. Die Sander Angreifer Fabian Benkert und Simon Häcker wurden von Bastian Götzfried und Daniel Donaldson ebenso hautnah gedeckt wie die Würzburger Torjäger Tobias Rosenberger und Tobias Riedner von Matthias Strätz und Stefan Nöthling.  

Nach einer Viertelstunde konnte sich der FC Sand leichte spielerische Vorteile verschaffen und war in der ersten Halbzeit die bessere von zwei guten Mannschaften. Der Heimelf boten sich auch kleinere Möglichkeiten wie beim Schuss von Matthias Hoff (18.), mehreren Kopfballversuchen von Simon Häcker und vor allem durch Lukas Biskup, der in der 32. Minute einen halben Schritt zu spät kam.

In der 40. Minute hatte jedoch auch der WFV durch Benjamin Schömig eine gute Einschusschance, doch Stefan Nöthling konnte sich noch in seinem Schuss werfen. In der gleichen Spielszene verletzte sich der Würzburger Torjäger Tobias Rosenberger ohne Einwirkung eines Gegenspielers und musste mit Verdacht auf Kreuzbandriss ins Krankenhaus gebracht werden.

Zwei für das Spiel entscheidende Szenen passierten unmittelbar nach dem Wiederanstoß. In der 46. Minute erzielte der FC Sand durch Matthias Hoff nach einem Zuspiel von Simon Häcker ein reguläres Tor, dass jedoch aus unerfindlichen Gründen nicht gegeben wurde. Im direkten Gegenzug wurde Benjamin Schömig vom Sander Torwart Matthias Oppermann gefoult. Den korrekt gegebenen Strafstoß verwandelte der eingewechselte Markus Lützler sicher zum 0:1 für die Gäste.

Doch nicht nur wegen des nicht anerkannten Treffers, sondern auch sonst zog sich Schiedsrichter Simon Marx, der der schwächste Akteur auf dem Platz war, durch nicht nachvollziehbare Entscheidungen mehrfach den Unmut der Sander Zuschauer zu. So übersah er ein klares Handspiel im Gästestrafraum und nach einem groben Foul von Benjamin Schömig an Lukas Biskup hätte der Würzburger mehr verdient gehabt als nur eine Verwarnungskarte. Bezeichnet dafür war, dass der Gästetrainer Hochrein seinen Spieler sofort aus dem Spiel nahm.

Nach dem 0:1-Rückstand hatte der FC Sand eine kurze Durststrecke zu überwinden. In dieser Phase des Spieles war die WFV-Mannschaft durch ihre schnell geführten Angriffe die bessere und torgefährlichere Mannschaft. Doch durch kämpferischen Einsatz fanden die Hausherren wieder ins Spiel zurück. Nachdem er von Stefan Krines freigespielt war, bot sich in der 66. Minute dem eingewechselten Dominik Klauer auch die Riesenmöglichkeit zum Ausgleich, doch der WFV-Torhüter Ralf Scherbaum konnte mit einem Reflex einen Einschlag verhindern.

In den letzten zwanzig Minuten setzten die Gastgeber  die Domstädter nochmals unter Druck.

Das längst fällige und auch verdiente 1:1 fiel jedoch erst in der 88. Minute. Nach einer Rinbergas-Flanke von links traf Sebastian Thomann mit einem Kopfball an den Torpfosten. Den Abpraller leitete er zu Fabian Dürrbeck weiter, der das Leder schließlich erfolgreich ins WFV-Netz beförderte.

Die Freude des FC Sand über den Ausgleichstreffer dauerte aber nur 120 Sekunden. Mit dem Schlusspfiff zusammen stocherte Markus Lützler das Leder aus kurzer Distanz zum 1:2 ins Heimtor, nachdem der junge Heimtorhüter Matthias Oppermann zuvor einen Schuss von Dominik Hochrein zu kurz abgewehrt hatte.

 

Statistik zum Spiel:

FC Sand:

Oppermann – Rinbergas – Pankratz (ab 62. Min. Klauer), Strätz, Nöthling – St. Krines, Mahler, Biskup (ab 72. Min. Thomann), M. Hoff – Benkert (ab 80. Min. Dürrbeck), Häcker.

Würzburger FV:

Scherbaum – Ostheimer, Donaldson, Bauer, Götzfried – Drenkrad, Schmieg, Weber, Schömig (ab 78. Min. Steinmetz) – Riedner (ab 82. Min. Hochrein), Rosenberger (ab 42. Min. Lützler).

Schiedsrichter : Simon Marx (Großwelzheim)

Zuschauer       : 700

Torfolge          : 0:1 Lützler (47., Foulelfmeter), 1:1 Dürrbeck (88.), 1:2 Lützler (90.)

 

Stimmen zum Spiel:

Michael Hochrein (Trainer des WFV):

Zunächst hoffe ich, dass sich mein Spieler Rosenberger nicht so schwer verletzt hat, dass er länger ausfallen wird. Insgesamt war die Begegnung bei den tiefen Bodenverhältnissen für  beide Mannschaften nicht einfach. Zudem stand ja einiges auf dem Spiel. Durch Schömig hätten wir bereits kurz vor der Pause in Führung gehen können. Die Einwechslung von Lützler zahlte sich insofern aus, dass er die beiden Treffer erzielte. Es war ein Kampfspiel von zwei guten Mannschaften. Dass wir gewonnen haben war wichtig, weil es ein Sechs-Punkte-Match war. Wenn man nach dem späten 1:1-Ausgleich mit dem Schlusspfiff noch das 1:2 macht, kann man schon von einem glücklichen Sieg sprechen.

 

Erwin Albert (Trainer des FC Sand)

Eine Mannschaft, die oben mitspielen will, darf sich nach dem Ausgleich in der 88. Minute nicht noch ein Gegentor einfangen. Insgesamt hat meine Mannschaft ein gutes Spiel gemacht und auch einige Chancen gehabt. Durch die Niederlage haben wir uns  jedoch sehr viel kaputt gemacht. Wir haben jetzt sieben Punkte Rückstand auf den WFV und zehn auf die TG Höchberg. Es wird schwer da nochmals heran zu kommen. Unser Treffer nach der Halbzeit war regulär erzielt, warum er nicht gegeben wurde weiß ich nicht. Im direkten Gegenzug kam es zum Elfmeter gegen uns. Danach haben wir eine Zeit gebraucht, um wieder ins Spiel zu kommen.  Belohnt für unseren Einsatz wurden wir aber nicht.

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